Der Management-Blog

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Organisationsentwicklung

Aus zwei mach eins – Leitplanken, Standesdünkel und FPY!

Von Siegfried Neubauer, 11.12.2017

Aus zwei mach eins  – Leitplanken, Standesdünkel und FPY!

Wie im letzten Blog „Eine neue Organisation, bitte sehr“ angekündigt, waren die zentralen Elemente des ersten Organisations-Workshops 1.) Leitplanken ausarbeiten, 2.) der Abbau von Standesdünkel und 3.) die Einigung auf FTE - Full Time Equivalent Mitarbeiter.

Leitplanken für die Reise

Man startete den Workshop mit der Diskussion der Leitplanken für die neue Organisation – also einem Wertegerüst, an dem man die Leistungsfähigkeit der Organisation immer wieder spiegeln konnte. Das waren Themen wie FPY (First pass yield – die Kennzahl musste besser als jene der Konkurrenz sein), sichtbares Lean Management, hohe Prozessorientierung, Führungskräfte als Vorbild, Kennzahlen wie Umsatz und Deckungsbeitrag, sowie die notwendige Einstellung aller Führungskräfte und Mitarbeiter, dass man die Ziele im Auge behalten muss, obwohl man noch nicht weiß, wie man dort hin kommt.
Die Monate danach haben gezeigt, wie wichtig diese Leitplanken waren, aber auch wie schwierig es war, sie einzuhalten. Eines vorweg – es hat nicht ganz geklappt.

Aufgabenorientierung statt Standesdünkel

Im nächsten Schritt haben wir in mehreren Teams, unabhängig von bestehenden Mitarbeitern (unabhängig von Qualifikation und Anzahl) eine Idealverteilung von Aufgaben im Lichte der Leitplanken diskutiert. Und zwar in der Zeit-Dimension „in einem Jahr / in drei Jahren“ und in der anderen Dimension „zentral für das Werk / dezentral in der Valuestream“. Die Herangehensweise, zuerst die Aufgaben und nicht Köpfe zu diskutieren, hat bewirkt, dass viele Emotionen außen vor gelassen und die sachliche Diskussion unterstützt wurde. So wurde dem Standesdünkel „je mehr Mitarbeiter man hat desto wichtiger ist man“ eine Grundlage entzogen. Man hat also für jede Funktion wie Logistik, Qualität, Mechanical Engineering und Instandhaltung in den 4 Quadranten

  1. In einem Jahr und zentral (für ganzes Werk)
  2. In einem Jahr und dezentral (nur für Valuestream)
  3. In drei Jahren und zentral (für ganzes Werk)
  4. In drei Jahren und dezentral (nur für Valuestream)

mit Kärtchen die Aufgaben zugeordnet und stellte in der Diskussion sicher, dass dies den Anforderungen der Leitplanken und der Valuestream Organisation entspricht. Und dennoch hatten die anwesenden Führungskräfte verständlicherweise Gedanken im Hinterkopf wie: „Was heißt das für meine jetzigen Mitarbeiter?“

FTE - die heiße Diskussion über Köpfe

Bis hierher kam man noch relativ gut zu einem Konsens. Spannend wurde es danach, als die Diskussion angestoßen wurde, “wie viele Mitarbeiter brauche ich für diese Aufgaben in einem Jahr / in drei Jahren und in welcher Qualifikation?“ Das bedeutete, jede der Führungskräfte musste ein Commitment abgeben und abschätzen, wie viele FTE Mitarbeiter sie benötigt, um es dann mit Planzahlen des 5 Jahresplanes zu vergleichen. Das führte zu hitzigen Diskussionen und man traute es sich bei diesem Workshop diese Abschätzung (noch) nicht zu.

Wir spürten, dass wir das Maximum für diese beiden Tage erreicht hatten und schlugen daher vor, sich in etwa 3 Wochen wieder zu treffen, um besser „vorbereitet“ in diese FTE Diskussion zu gehen und um die grundsätzlich positive Stimmung und das gute Momentum nicht zu verlieren.

Wie ging es weiter und woran hatten sich die Gemüter beim zweiten Workshop erhitzt? Dazu mehr im nächsten Blog – bleiben Sie dran.

Herzlichst Ihr

Siegfried Neubauer

Geschäftsführender Gesellschafter acm quadrat gmbh
Berater, Speaker, Coach

Leader`s Letter

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